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In der Nähe von Tokio lebte ein mittlerweile alt gewordener großer Samurai, der sich dazu entschied jungen Menschen Zen-Buddhismus zu lehren.

Eines Nachmittags suchte ihn ein Krieger heim – der für seine Skrupellosigkeit bekannt war. Der junge und ungeduldige Krieger hatte noch nie einen Kampf verloren. Er hörte von dem Ruf des Samurai und war gekommen, um diesen zu besiegen und seinen eigenen Ruhm zu steigern.

Alle Schüler waren gegen die Idee, doch der alte Mann nahm die Herausforderung an.

Alle versammelten sich auf dem Stadtplatz, als der junge Mann damit begann den alten Meister zu beleidigen. Er warf ein paar Felsbrocken in seine Richtung, spuckte in sein Gesicht, schrie jede Beleidigung aus, die er kannte – er beleidigte sogar seine Vorfahren.

Fünf Stunden lang tat er alles, um ihn zu provozieren, doch der alte Mann bleib unberührt. Am späten Nachmittag, fühlte sich der ungestüme Krieger erschöpft und gedemütigt, so dass er wieder ging.

Enttäuscht von der Tatsache, dass der Meister so viele Beleidigungen und Provokationen über sich ergehen ließ, fragten ihn die Schüler:
– “Wie konntet Ihr solch eine Entwürdigung ertragen? Warum habt Ihr nicht Euer Schwert benutzt, auch wenn Ihr wusstet, dass Ihr den Kampf eventuell verlieren würdet, habt Ihr vor uns allen Eure Feigheit zur Schau gestellt?”

  • “Wenn jemand zu euch mit einem Geschenk kommt, und ihr akzeptiert es nicht, wem gehört das Geschenk dann?”, fragte der Samurai.
  • “Demjenigen, welcher es verschenken wollte”, antwortete einer seiner Schüler.
  • “Das Gleiche gilt für Neid, Zorn und Beleidigungen”, sagte der Meister.
  • “Wenn sie nicht beachtet werden, werden sie weiterhin zu denen gehören, die sie tragen.”

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“Der Pfeil des Schimpfs kehrt auf den Mann zurück, der zu verwunden glaubt.” – Johann Wolfgang von Goethe, Torquato Tasso IV, 4 (Tasso)

 

Quelle: paulocoelhoblog.com